Prepaid Tarife im Test: das sagen Stiftung Warentest und andere Experten – Prepaidkarten sind im Mobilfunk-Bereich nicht wegzudenken und natürlich beschäftigen sich auch die großen Verbraucherportale und Magazin mit diesem Thema. Allen voran dabei die Stiftung Warentest, die neben den monatlichen Produkttests auch eine große Tabelle der aktuellen Prepaid Anbieter und Tarife führt, bei denen die einzelenen Anbieter und Konditionen gelistet werden. Allerdings ist diese Tabelle leider kostenpflichtig – wer also von der Stiftung Warentest auf dem neusten Stand gehalten werden will, braucht ein Abo oder muss für den Abruf zahlen. Aktuelle News und Tests sowie ab und an auch Einblick in bestimmte Urteile und Themen hat die Stiftung Warentest aber trotzdem auch kostenlos im allgemeine Newsbereich. Wir schauen uns die Tarife ebenfalls regelmäßig an und haben billige Prepaid Tarife und auch günstige Prepaid Flat hier zusammen gestellt.

Prepaid Test: das sagen die Experten

Die Stiftung Warentest veröffentlicht regelmäßig die aktuellen Tarif und Tabletten mit Rankings der Prepaid Anbieter nach Nutzungsverhalten getrennt. Dazu gibt es auch immer wieder Tests, die darüber hinaus gehen. Oft werden dabei aber auch Postpaid Tarife auch Rechnung mit einbezogen. Man sollte daher genau hinschauen, welche Abrechnung ein empfohlener Tarif bietet. Im Test 7/2017 hat die Stiftung Warentest einen wichtigen Hinweis für alle Mobilfunk-Nutzer, der hilft, bares Geld zu sparen:

Die Erfahrung zeigt, dass Mobil­funk­kunden ihr Telefonie­verhalten oft zu hoch einschätzen. Mitunter schließen sie Lauf­zeit­verträge mit Flatrates ab, die sie nicht ausnutzen und auf die Dauer zu teuer sind. Eine aktuelle Erhebung zeigt, dass in Deutsch­land 2016 pro Sim-Karte im Schnitt nur etwa 70 Minuten im Monat telefoniert wurde. Der Wechsel von Lauf­zeit­verträgen zu Prepaid-Tarifen kann deshalb eine Menge Geld sparen. Die Discounter­tarife kommen auch für alle in Frage, die nicht gerne Supermärkte betreten. Die meisten Tarife lassen sich problemlos per Bank­einzug akti­vieren. Lediglich bei zwei Anbietern kann das Guthaben ausschließ­lich an der Supermarktkasse aufgestockt werden.

Man sollte sich daher nicht auf das eigene Gefühl verlassen, sondern im besten Falle direkt nachmessen, wie hoch der tatsächliche eigene Verbrauch ist. Nur dann bekommt man verlässliche Werte, die man in eine Berechnung einbeziehen kann. Dazu gibt es vor allem große (und damit teure) Datenflat im Prepaid Bereich eher selten. Man findet zwar Tarife mit 5GB aber Angebote mit 10GB Tarifen und darüber hinaus sind eher selten. Auch die Prepaid Allnet Flatrates haben in der Regel weniger Datenvolumen als ihre Pendants im Postpaidbereich oder sind bei vergleichbaren Preisen etwas teurer.

Einen neueren Test gibt es beim Schwester-Magazin Finanztest. Dort hat man Supermarkt-Tarife auf Prepaid Basis unter die Lupe genommen und dabei wurden vor allem die Prepaid Allnet Flat von ALDI, Jamobil und Penny hervorgehoben, da diese mit nur 7.99 Euro monatlich wirklich günstig waren. Mittlerweile hat Discotel aber auch bereits Allnet Flatrates ab 7.95 Euro im Angebot und unterbietet diese Tarife damit nochmal. Man merkt an der Stelle recht deutlich, dass die Test-Ergenisse im Prepaid Bereich recht kurzlebig sind und sich mit jeder Tarif-Neuerung wieder ändern können.

WISO – Das Verbrauchermagzin beim ZDF

Bei ZDF beschäftigen sich vor allem die Redakteure von WISO mit dem Thema Prepaid – wenn auch bei weitem nicht so ausführlich wie die Stiftung Warentest. Trotzdem sind Prepaidkarten und Tarife immer wieder Teil der Berichterstattung und werden vor allem dann mit gestest und erwähnt, wenn es Probleme gibt oder sich Neuerungen in diesem Bereich ergeben haben. Beim Verbrauchermagazin WISO (im ZDF) empfiehlt man Prepaid Tarife vor allem für Kinder und Jugendliche. Dort schreibt man:

Für jüngere Kinder eignen sich Prepaid-Tarife mit einem bestimmten Guthaben und damit voller Kostenkontrolle. Vorteil: Auch wenn das Guthaben aufgebraucht ist, ist Ihr Kind erreichbar. Nachteil: Die mobile Internetnutzung ist bei vielen Prepaid-Tarifen sehr teuer.

Leider geht das Magzin aber nur wenig auf den Unterschied von echten und unechten Prepaid Tarife ein. Bei unechtem Prepaid kann es durchaus sein, dass man insMinus rutscht, weil die Abrechnung nicht zeitgleich erfolgt. Bis Kosten abgerechnet sind, kann man daher durchaus auch Minus machen. Gerade bei Prepaid für Kinder und Jugendliche sollte man daher dringend darauf achten, Prepaid Anbieter mit echtem Prepaid zu wählen.

Finanz-Tip empfiehlt die teuren Netzbetreiber-Tarife

Finanz -Tip beschäftig sich auch immer wieder mit Prepaid Tarife und allgemein dem Mobilfunk. Der Prepaid Bereich wird hier extra aufgeführt, eine komplette Tariftabelle wie bei der Stiftung Warentest haben die Tester hier aber nicht. Bei Finanz-Tip hat man auch konkrete Empfehlungen im Test zum Thema Prepaidkarten. Das Magazin schreibt dazu:

Empfehlenswerte Prepaid-Tarife für Wenignutzer sind „Magenta Mobil Start M“ von der Telekom und Vodafones Tarif „Smartphone Special“. Für Vielnutzer empfehlen wir die „Callya Smartphone Allnet-Flat“ von Vodafone. Diese Handytarife funken in den Mobilfunknetzen der Deutschen Telekom (D1) und von Vodafone (D2), die beide dem Handynetz von Telefónica (O2) deutlich überlegen sind. Das kann Eltern ein beruhigendes Gefühl geben, weil sie ihr Kind möglichst sicher erreichbar wissen.

So ganz nachvollziehbar ist diese Empfehlung allerdings nicht. Wenig-Nutzer haben oft nur geringe monatliche Rechnungsbeträge und liegen damit oft bei weniger als 5 Euro monatlich auf der Handyrechnung. Daher sind die Callya Special und MagentaMobil Prepaid Tarife für Wenignutzer aufgrund der Kosten von etwa 10 Euro monatlich teilweise schon wieder zu teuer. So könnte man mit geringeren monatlichen Kosten auf die Congstar Tarife und den Tarifbaukasten des Unternehmens zurück greifen. Damit würde man zwar auch LTE verzichten, aber dennoch Zugang zum gut ausgebauten Telekom D1 Netz bekommen. Mittlerweile gibt es die Callya Allnet Flat auch nicht mehr, stattdessen setzt das Unternehmen nun auf die Callya Digital Allnet Flat mit 10GB Datenvolumen im Monat.

Von daher sollte man sich speziell auf diesen Tipp nicht unbedingt komplett verlassen, sondern besser noch mal selbst nachrechnen, welche Tarife wirklich günstig sind und zum eigenen Nutzungsverhalten passen. Da die Prepaid Sim aber in der Regel nur kurze oder keine Laufzeiten haben, ist es auch möglich zu testen und auszuprobieren, welcher Anbieter passt.

Insgesamt fällt auf, dass bei allen drei Portalen die Tendenz besteht, Prepaid Tarife und Prepaidkarten vor allem beim Jugendlichen zu verorten. Erwachsene haben dann eher einen normalen Handyvertrag. Das ist natürlich nicht wirklich plausibel, denn Prepaid ist nicht an ein Alter gebunden, sondern vor allem an das Nutzungsverhalten. Das kann bei Erwachsenen durchaus auch so ausfallen, das Prepaid sinnvoll ist und umgekehrt sind viele Jugendliche mit Flatrates besser beraten.

Man sollte bei den Prepaid Anbieter und Angebote aber auf jeden Fall im Hinterkopf behalten, dass diese Tarife nach wie vor eher als Discount-Angebote betrachtet werden. Verbraucher bekommen daher oft günstige Preise für die Standard-Leistungen, aber zusätzliche Optionen und Leistungen gibt es oft nicht („no frills“-Konzept). Das heißt konkret, dass man bei vielen Prepaid Anbietern auf technische Neuerungen wie VoLTE zur Prepaid Sim oder Wifi Calling verzichten muss. Es gibt bisher auch nur eine Prepaid Sim, die eSIM unterstützt und Prepaid Tarife mit 5G sind noch gar nicht auf dem Markt. Man verzichtet mit Prepaid Anbietern daher oft auch auf moderne Features, bzw. muss genau hinschauen, welcher Anbieter welche Technik unterstützt. Im O2 Netz gibt es dabei in der Regel die meistens Features, die D-Netz Angebote sind dagegen eher spartanisch ausgestattet.

Ein Problem, dass bei den Tests aber immer wieder angesprochen wird: die Ausweiskontrolle bei den Prepaid Karten. Mittlerweile muss bei jeder neuen Prepaid Sim die Inhaberdaten mit Ausweis oder Pass erfasst und gespeichert werden. Anonyme Sim sind damit im Prepaid Bereich nicht mehr möglich. Diese Verfahren sind aber oft recht kompliziert oder an technische Voraussetzungen gebunden. Beispielsweise funktioniert das VideoIdent Verfahren nur mit guter Kamera und passendem Betriebssystem. Ältere Handymodelle werden oft nicht unterstützt. Daher kommt es bei diesem Verfahren oft zu Probleme und Verbraucher sind frustriert, weil die Bestellung so komplex ist. Leider ist dies gesetzliche Pflicht für alle Prepaid Anbieter – wer dies umgehen will, muss auf einen Laufzeit-Tarif umesteigen, denn dort gibt es diese Pflicht nicht.

Video: Hinweise zur Tarifauswahl

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